Home Gesundheit Gefahrenquellen Der Tod liegt in der Luft

Der Tod liegt in der Luft

Benutzerbewertung: / 0
SchwachPerfekt 
Gesundheit - Mögliche Gefahrenquellen

Einleitung

Schon in den Bergwerken der älteren Generationen benutze man lebende Kanarienvögel als „Lebensversicherung“. Sobald die Luft mit Giftstoffen vermischt war, waren es die Kanarienvögel, die zuerst am Käfigboden lagen. Dies war immer ein sicheres Zeichen, die Stollen zu verlassen.

 

Anatomie

Aber warum fielen zuerst die Vögel tot um? Man kann es sich so erklären: Die Kanarienvögel, sowie alle anderen Arten auch, haben ein sehr empfindliches Atmungssystem. Zusätzlich zur Luftröhre besitzen Vögel noch Luftsäcke, die mit der Lunge verbunden sind; sie gehen durch den Großteil des Körpers und reichen bis hin zu den Knochen hinein.  Die Lungenverzweigungen enden nicht blind im Körper, sondern führen wieder zusammen. In den Luftsäcken erfolgt kein Gasaustausch, sie dienen der Luftspeicherung, der Wärmeisolation und die Vögel werden dadurch leichter, was ihnen erst den Flug von längeren Strecken ermöglicht.

 

Beschreibung der Atmung

Beim Einatmen wandert ein Teil der frischen Luft in die Lunge, der Rest in die hinteren Luftsäcke. Danach erfolgt das Ausatmen, wo die verbrauchte Luft ausgestoßen wird, die noch frische Luft aus den Luftsäcken wandert in die Lunge. Beim nächsten Einatmen wird die Lungenluft von der frischen Luft in die vorderen Luftsäcke gedrängt und wird beim anschließenden Ausatmen, über die Luftröhre, nach außen abgegeben.

So ist immer frische Luft im Körper des Vogels, so steht immer ein Maximum an Sauerstoff für die Körperfunktionen zur Verfügung, was bei viel Flugbewegungen auch erforderlich ist. Bei den Säugetieren hingegen steht beim Ausatmen keine frische Luft zur Verfügung.

Diese Tatsache hat aber für den kleinen Organismus einen kleinen Hacken: Ein Atemzug bleibt bei ihnen doppelt so lange im Körper, als wie bei den Säugetieren, was die Anfälligkeit von Atemgiften besonders erhöht. Durch den Kontakt der Luftsäcke mit den Knochen und dem Gewebe, erfolgt eine rascher Übergang vom Atmungstrakt in andere Organe, was schon in kürzester Zeit zu schweren und teilweise irreversible Schäden (nicht wieder rückgängig zu machen) führen kann.

 

Symptome

Man hört ab und zu mal, dass Wellensittiche aus unerklärlichen Gründen von der Stange fielen. Aber warum? Das Futter war in Ordnung, keine Giftpflanzen in der Nähe, war nicht alt oder krank und so weiter! Wenn alle anderen Möglichkeiten verneint werden können, sollten Sie mal die Atemluft prüfen, vielleicht liegt die Ursache in der Luft.

 

Mögliche Gefahrenquellen:

  • PVC Boden + Kleber

  • Putzmittelgeruch

  • Teflon beschichtete Utensilien, wie zum Beispiel Töpfe, Pfannen, Raclette, Waffeleisen, Brotbackmaschinen, Föns, Bügeleisen, Rotlichtlampen (nicht alle) usw. Beim Erhitzen auf über 280 Grad entstehen an der Oberfläche Kohlenwasserstoffe (Polytetrafluorethylene, PTFE), die in die Atemluft gelangen. Für den Menschen in größeren Mengen gesundheitsschädlich und für Vögel auch in kleinsten Mengen tödlich.

  • Nikotin führt zu chronischen Reizung der Atemwege, was sich in Husten, Entzünden der Nasennebenhöhlen (Sinusitis)und der Augen (Konjunktivitis) äußert. Dadurch wird auch das Immunsystem geschwächt und die Tiere sind anfälliger für Infektionen, Bakterien, Pilze und Parasiten. Auch das Gefieder und die Haut können langfristig geschädigt werden. Bei Jungtieren kann es zu Wachstumsstörungen und Fehlbildungen der inneren Organe kommen.

  • Aromaten, beziehungsweise aromatische Verbindungen, wie zum Beispiel Toluol und Xylol. Diese Stoffe sind bekannt für ihre Kanzerogenität (Krebserregend). Sie kommen in Benzin, Autoabgasen, Lösungsmittel, Klebstoff, verschiedene Plastikprodukte, Duftstoffe in Raumsprays und Duftkerzen usw. vor. In größeren Mengen beim Menschen gefährlich; bei Vögeln können diese Stoffe sehr schnell zu Schädigungen innerer Organe, vor allem Leber, führen.

  • Sprays sollten in der Nähe von Vögel überhaupt nicht verwendet werden. Diese enthalten unter anderem Aromaten und andere gefährlich Inhaltsstoffe, die das Tier vergiften oder sogar töten. Beispiele: Parfüms, Deosprays, Reinigungssprays, Desinfektionssprays, Raumluftverbesserungssprays usw. Einige dieser Sprays können den gesamten Atmungstrakt der Vögel reizen, zu Entzündungen, Ödemen in Lunge und Luftsäcken und zu akuter Atemnot führen. Kaufen Sie zur Desinfektion des Käfigs nur „vogelsichere“ Produkte.

 

Auch wenn das Problem sofort erkannt wird, ist eine Heilung in den meisten Fällen nicht mehr möglich. Achten Sie schon vorher auf mögliche Gefahrenquellen. Sollten Sie doch in der Nähe vom Käfig bügeln oder benutzen ein Raclette, dann muß die Frischluftzufuhr (angekipptes Fenster oder ähnliches) gewährleistet werden. Vorsicht: Keine Zugluft!

Vögel die in Außenanlagen leben, sollten eigentlich vor solchen Gefahren sicher sein, dafür lauern dort andere Gefahren, wie z.B.:

  • befahrene Straßen (Motorenabgase enthalten Kohlenmonoxid, Furane, Dioxine usw.),

  • landwirtschaftliche Maschinen, benzinbetriebene Rasenmäher, Motorsägen usw.

  • Ammoniakhaltige Dämpfe von Düngemitteln

  • Rauch von offenem Feuer (Grill- oder Lagerfeuer)

 

Quelle

  • WP-Magazin


Kommentare

Nur Mitgliedern ist es erlaubt, Kommentare zu schreiben und/ oder zu bewerten!

Aktualisiert (Freitag, den 12. Juni 2009 um 09:31 Uhr)

 

Verwandte Beiträge

Latest Message: 1 Jahr ago
  • Paula : Glückwunsch zu Deinen beiden Neuzugängen! ; - )
  • Kohli : Ich heiße meine zwei Neuzänge Piesi aus Hennigsdorf und Coco aus Marquee in meiner Voliere willkommen.
  • Kohli : Sein Zustand hat sich zum Glück gebessert. Jetzt ist er "nur" noch schlapp.
  • Kohli : Mein Hansi hat seit zwei Tagen Durchfall... ich hoffe es bessert sich.
  • Kohli : Immer dieseProbleme mit dieser ShoutBox... aber jetzt sollte alles wieder funktionieren.
  • Kohli : Guten Morgen zusammen!
  • Kohli : So... endlich gab es ein Update... die Einträge ziehen sich in die komplette Breite.
  • Kohli : Naja... ging so! Hatte nicht viel machen können. Das Wetter war ja nicht so schön. Hätte gerne den Grill angeschmissen.
  • Paula : Hoffe, Du hattest einen schönen Vaddertach ;-)
  • Paula : Jetzt scheint Ruhe zu sein, was?

Only registered users are allowed to post

Statistik
HeuteHeute52
GesternGestern109
WocheWoche449
MonatMonat1028
GesamtGesamt51813
Wer ist online
Keine