Mein Leben mit gehandikapten Wellensittichen
| Gesundheit - Erfahrungsberichte |
Die Geschichte von Henry und Lutz (Luzifer)

Angefangen hatte alles mit der Suche nach einem Züchter. Henry war flugunfähig und wir suchten für ihn einen Partner, der ebenfalls flugunfähig war:

Zwei Bungalows
Wir waren tatsächlich erfolgreich mit unserem neuen Familienzuwachs. Ein Züchter in der Rhön hatte uns einen flugunfähigen Hahn geschenkt. Laut Ring ist er jetzt 3 Jahre alt und bis zu seinem Unfall als Zuchthahn tätig gewesen. Die Farbe, ein schönes Gelb am Bauch und eine grünliche Färbung mit dunkler Zeichnung auf dem Rücken und Flügeln, hat uns auch gleich gefallen.
Da wir erst spät am Abend nach Hause kamen und unser Neuankömmling in seinem neuen "Haus" verfrachtet war tat sich nicht mehr viel, da unser "Henry" seinen Kopf ganz tief im Gefieder hatte und sich nicht stören ließ.
Am darauf folgenden Tag wurden wir durch aufgeregtes Gezwitscher geweckt ; unser Henry hatte seinen neuen Mitbewohner entdeckt und turnte aufgeregt auf dessen Käfigdach herum. Ich muss noch erwähnen, dass meine Tochter sich das Recht erstritten hatte, dem neuen Vogel zu taufen. Aufgrund seiner im Sonnenlicht leicht rötlich schimmernden Augen fiel ihre Wahl auf "Luzifer". Von uns wird er allerdings in abgeschwächter Form "Lutz" gerufen.

So.. nun weiter... Also "Lutz" blieb ziemlich cool, da er ja im Schwarm gelebt hatte, aber Henry suchte und suchte einen Eingang, der logischerweise noch zu war. Also blieb für diesen Tag nur ein Willkommen auf Entfernung. Für Lutz hatten wir einen großen Käfig vorbereitet und ein paar Leitern eingesetzt. Das dargebotene Futter rührte er allerdings nicht an. Als wir aber eine Kolbenhirse reinhängten, gab er seine Zurückhaltung sehr schnell auf.
Als am Nachmittag des 2.Tages die Tür von Lutz´s Käfig aufging, waren wir alle gespannt ob die beiden sich vertragen würden. Henry kam, als er sah was sich tat, gleich angestürzt und äugte die offene Tür herein. Ein schwarmgewöhnter Neuling und ein knapp 6 jähriger "Eremit", man kann sich vorstellen was dann folgte. Henry Stange links , Lutz auf die Stange rechts und so weiter und so fort....
Das ganze hat sich aber bis zum Abend weitestgehend entspannt und man saß sogar friedlich auf einer Stange zusammen. Da wir Henry´s Tür immer offen lassen und wir dies dann am dritten Tag auch bei Lutzi taten, waren wir gespannt, wann er seine erste Erkundung machte. Die ließ allerdings noch einige Zeit auf sich warten und war Zufall, da er eine Stange verfehlte und da erst das offene Türchen bemerkte.
Ein auf dem Boden bällchenspielender Henry und der mit einigen Leitern versehene Kletterbaum machten ihm aber anscheinend Lust seine nähere Umgebung zu erkunden und seinem Nachbarn in dessen Häuschen einen Besuch abzustatten.
Mittlerweile haben die zwei sich gut aneinander gewöhnt, man schläft auch mal zusammen in einem Häuschen und rumgezickt wurde auch noch nicht. Inzwischen dürfen wir bis auf Armlänge an Lutz heran ohne das er nervös wird und das Futterwechseln während er im Häuschen ist klappt auch schon ohne Rumgeflatter.
Aufregung im Hause "Sittich" !!!
Ungefragt wurden beide "Einfamilienhäuser" abgerissen und durch eine "Mietskaserne" ersetzt. Keiner weiß mehr, wo was ist und die Aufgänge sind auch ganz anders. Gewohnte Schlafplätze waren auch nicht mehr da und nicht alle Mietparteien konnten sich für die erste Nacht nicht rechtzeitig einrichten; sprich Lutz wagte sich als erster hinein und machte sich mit der neuen Umgebung vertraut, während Henry die ganze Sache von außen beäugte und die Nacht auf dem Dach verbrachte. Mittlerweile verbringt Lutz auch die meiste Zeit im "Haus" und Henry vorzugsweise oben drauf. Entweder ist ihm der Weg nach unten zu beschwerlich, oder es gefällt ihm halt mit Lutz als "WG" nicht sonderlich.
Weiteres bleibt halt abzuwarten.....

Die Mietskaserne
Zwei Bungalows

Erster Besuch

Immer noch da

Suchbild: Na, wo steckt Henry?

Quelle
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Texte und Fotos von Thomas Turna
Aktualisiert (Freitag, den 12. Juni 2009 um 07:01 Uhr)









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