Federrupfen
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Einleitung
Ihr Vogel beginnt sich plötzlich die Federn zu rupfen? Es scheint alles in Ordnung zu sein? Federrupfen sind ein massiver selbstzerstörerischer Prozess und eine Verhaltensstörung.
Ein Vogel in freier Wildbahn wurde sich dieser schmerzhaften Automutilation (selbst verletzendes Verhalten) nie aussetzen. Die Ursachen liegen meist in der Haltung und Einsamkeit eines Vogels.
Papageien sind in freier Wildbahn Schwarmvögel, die in kleinen Trupps und Familienverbänden gemeinsam auf Nahrungssuche gehen, gegenseitige Gefiederpflege betreiben, spielen, balzen und Junge großziehen. In Menschenobhut können sie diese natürlichen Lebensweisen nicht ausleben und sind auf den menschlichen Partner angewiesen. Fehlt Zuneigung oder wird der Vogel falsch gehalten, können psychische Störungen auftreten.
Ablauf/ Anzeichen
Ein gesunder Vogel zeigt Interesse an seiner Umwelt, ist neugierig und sehr verspielt.
Erste Anzeichen zeigen sich in der plötzlich häufigeren und intensiveren Gefiederpflege. In dieser Anfangszeit fängt der Papagei damit an, sich die Brust und Bauchfedern auszurupfen oder die Federn an den Kielen abzubeißen. In schlimmen Fällen dehnt sich dies auf den gesamten Körper aus.
Wird die Ursache gefunden und behandelt, wachsen die Federn in der Regel nach, in einigen Fällen bleiben die betreffenden Stellen aber kahl.
Um das natürliche Veralten beurteilen zu können, ist die Kenntnis über die Wildbiologie unerlässlich. Nur dann können Verhaltensänderungen und untypische Verhaltensmuster erkannt und behandelt werden.
Vorab besorgte Fachliteratur ist empfehlenswert.
Die häufigsten Ursachen
Einzelhaltung, Langeweile, Einsamkeit, Trennungsschmerz, fehlende Ansprache, zu starke äußere Reize, unangemessene Haltungsbedingungen, Angst, Eifersucht, Stress, Bewegungsmangel, verdrängte Aggressionen, Ruhedefizit, Unverträglichkeit mit Artgenossen, fehlende Nistmöglichkeit usw.
Was heißt psychische Störung?
Wenn in den täglichen Bewegungsabläufen Verhaltensweisen auftreten, die keine Funktion im natürlichen Haltungssystem erkennen lassen und/ oder körperliche Schäden verursachen.
Folgende Arten sind besonders Anfällig für Federrupfen
Graupapageien, Hahns Zwergaras, Weiße Kakadus, Nymphensittiche, Keilschwanzsittiche, Edelpapageien, Kongopapageien, Kap-Papageien, Rotbauchpapageien und Wellensittiche.
Haltungsbedingte Ursachen
Käfige und Volieren
Häufig ist hier die Käfighaltung verantwortlich. Platz und/ oder fehlende Flugmöglichkeiten fehlen. Wenn Sie nicht bereit sind, sich auf eine tiergerechte Haltung einzulassen, sollten Sie noch einmal darüber nachdenken, ob Sie sich wirklich ein Tier zulegen. In eine solchen Fall sollten Sie es lieber sein lassen.
Die im Handel angebotenen Käfige und Volieren sind in der Regel viel zu klein und sollten nicht erworben werden. Im Idealfall sollte der Vogel einige Flügelschläge machen können, bis er die andere Käfigseite erreicht. Rundkäfige zählen zum tierschutzwidrigen Zubehör.
Lebensweise
Bis auf wenige Ausnahmen leben Vögel, insbesondere Papageien in Schwärmen, Gruppen und Verbänden. Der Kakapo wäre z.B. ein Einzelgänger. In Menschenobhut vereinsamen die Tiere.
Transporte
Für Transporte gelten ähnliche Richtlinien. Häufige Wege, z.B. zum Tierarzt oder Transport von Wildfängen in andere Länder, in zu engen Behältnissen, können Trauma und Angstzustände auslösen. Zwar werden kaum noch Wildfänge angeboten, kommen aber noch vor.
Freiflug
Der Käfig allein macht noch keinen zufriedenen Vogel. Freiflug muss, wenn es geht, täglich möglich sein.
Sozialbedingte Ursachen
Sie entstehen aus dem Verhältnis des Vogels zum Besitzer. Diese Probleme stellen sich oft bei einzeln handaufgezogenen Papageien ein.
Normalerweise erlernen Jungtiere Aufgaben und Verhaltensweisen von den Elterntieren. Sie wissen, dass sie Gefiederpflege betreiben müssen, kennen aber nicht die Techniken. Es kann daher vorkommen, dass sie sich die Federn rupfen, da sie denken, sich gepflegt zu haben.
Oft kann man das Verhalten bei Molukkenkakadus (Cacatua moluccensis) beobachten.
Abhilfe könnte hier ein Artgenosse schaffen, der dem Neuling diese Kniffe beibringt. Voraussetzung allerdings, die beiden müssten sich verstehen.










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