Vergesellschaftung von Wellensittichen
| Haltung - Ratgeber und Hinweise |
Allgemeines
Zum Glück haben sich die Gewohnheiten in der Vogelhaltung geändert und immer mehr Halter neigen dazu, ihrem Liebling einen zweiten Wellensittich dazu zu gesellen. Oftmals kommen Gründe wie Zeitmangel oder artgerechtes Halten in betracht, denn Wellensittiche haben ein ausgeprägtes Sozialverhalten und binden sich ein lebenslang aneinander. Wie die Ehe, so sollte es jedenfalls sein, beim Menschen.
Partnerwahl
Wenn sie für ihren Wellensittich einen Partner suchen, sollten sie unbedingt ebenfalls einen Wellensittich wählen. Andere Arten, wie zum Beispiel den Bourkesittich, weisen häufig andere Verhaltensmuster auf, die einer optimalen Verständigung im Wege stehen. Zwar können sich diese auch verstehen, aber sinnvoll ist es nicht. Ideal ist noch, wenn sie zwei unterschiedliche Geschlechter halten, also Männchen und Weibchen. So lassen sich die natürlichen Verhaltensweisen am besten beobachten.
Beschaffung
In der heutigen zeit ist es denkbar einfach geworden, Wellensittiche zu erwerben. Fast jeder Zoofachhänder hat in seinen Käfigen auch Wellensittiche. Die Nachzuchten steigen ständig und auf Wildfänge wird verzichtet. Wildfänge wird es auch auf legale Weise nicht mehr geben, da seit Ende des 19. Jahrhunderts ein Exportverbot aus Australien gibt. Außerdem werden Wildfänge nicht zahm und sind lauter als Nachzuchten.
Zusammenführung/ Vergesellschaftung
Hierfür gibt es kein Patentrezept, denn jeder Vogel hat seinen eigenen Charakter und Eigenschaften. Aber folgende Richtlinien können auch unerfahrenen Haltern nützen.
Das Umfeld spielt dabei eine große Rolle. Der eingesessene Wellensittich betrachtet seinen Käfig und das Zimmer als sein Territorium und könnte den Neuling mit Aggressionen begegnen und würde sein Gebiet verteidigen. Auf Menschen fixierte Wellensittiche zeigen oftmals keine natürlichen Verhaltensweisen und könnten mit einem Artgenossen nichts anfangen. In diesem Fall kann es schon mal vorkommen, dass diese Tiere nicht vergesellschaftet werden können. Hier sollte dann auch der Versuch abgebrochen werden, da die Zwangsverpaarung Stress für beide Tiere bedeuten könnte und dies der Gesundheit dauerhaft schädigt.
Spiegelproblem: Wie auf den Menschen fixierte Wellensittiche, gibt es auch Vögel, die auf den Spiegel im Käfig oder andere spiegelnde Gegenstände fixiert sind. Hier sollte erst eine Entwöhnung durchgeführt werden.
Aber auch hier kann es sein, dass diese Tiere nie verpaart werden können, da ihnen die natürlichen Verhaltensweisen fehlen. Aber normalerweise lassen sich Wellensittiche verpaaren, auch wenn sie schön seit längerer Zeit als Einzelvögel gehalten wurden. Um ein faires Gleichgewicht zu erzeugen, sollten die beiden in ein neues Umfeld gesetzt werden. Zum Beispiel ein anderes Zimmer mit einem neuen Käfig oder wenigstens eins von beiden. Halter die es sich zutrauen, können gleich beide Tiere in das neue Heim setzen. Wahrscheinlich verstehen sie sich auf Anhieb und zeigen keinerlei Aggressionen. Aber Vorsicht ist trotzdem geboten. Die Tiere sollten nicht ohne Aufsicht sein, denn wenn sich Auseinandersetzungen andeuten, müssen sie sofort einschreiten. Darunter fallen aber nicht leichte Drohungen oder Scheingefechte, denn diese kommen auch in freier Wildbahn vor. In der Regel verlaufen diese ohne Verletzungen. Die Aufsicht sollte sich auf die kommenden Tage ausbreiten, denn ein Neuling kann nach einigen Tagen sein ruhiges Verhalten ablegen und dem Partner aggressiv gegenüber treten. In diesem Fall trennen sie lieber die beiden und probieren ist später noch einmal.
Alternativ können sie auch zwei Käfige nebeneinander stellen und somit einen Puffer schaffen. Wenn sie merken, dass sich beide annähern und mit Neugierde ansehen bzw. durch die Stäbe schnäbeln, können sie dem ersten Freiflug und später auch dem zweiten gewähren. Aber immer gut aufpassen! Oftmals kann man bessere Ergebnisse erzielen, wenn die Tiere sich unbemerkt fühlen. Dies gilt besonders für zahme Wellensittiche, da diese häufig ein zurückhaltenes Verhalten an den Tag legen. Die Tiere zeigen ungewohnte Verhaltensweisen, die sie vorher vielleicht nie bemerkt haben. Hier eignen sich besonders gut Videokameras oder Webcams.
Quelle
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WP-Magazin
Aktualisiert (Freitag, den 12. Juni 2009 um 06:19 Uhr)









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