Eingewöhnung
| Haltung - Ratgeber und Hinweise |
Tipp
Häufiges Sprechen mit dem Papagei fördert das Vertrauen und die Sprechbegabung des Vogels. Er lernt Ihre Stimme kennen und versucht vielleicht mit der Zeit, kleine Sätzchen nachzusprechen.
Nach dem Kauf bringen Sie Ihren Wellensittich am besten in einem Transportbehälter auf dem kürzesten Weg nach Hause. Achten Sie darauf, dass der Vogel währenddessen vor Hitze, Kälte oder Feuchtigkeit geschützt ist. In der Wohnung muss bereits der bezugsfertige Käfig mit gefüllten Futternäpfen für Ihren Papagei bereitstehen.
Die ersten Stunden daheim
Erster Schritt:
Halten Sie den geöffneten Transportbehälter so vor die offene Käfigtür, dass nur ein Weg für den Wellensittich möglich ist. Er strebt bestimmt vom Dunklen ins Helle und klettert in seinen Käfig. Wenn er drin ist, sofort die Tür schließen und sich zurückziehen. In den nächsten Stunden lassen Sie den Papagei am besten allein, damit er die Käfigseinrichtung ungestört erkunden kann. Außerdem muss der Vogel zunächst das Fangen in der Zoofachhandlung oder beim Züchter, den Transport und den Umgebungswechsel verarbeiten, denn die Schreckerlebnisse bedeuten für den Papagei eine große seelische Belastung.
Zweiter Schritt:
Nach einigen Stunden oder am nächsten Tag setzen Sie sich etwas entfernt vom Wellensittich, aber in Sichtkontakt, in der Nähe des Käfigs. Sprechen Sie jetzt leise und beruhigend mit dem Papagei. Verwenden Sie nur kurze Sätzchen, nennen Sie dabei oft seinen Namen. Nähern Sie sich dem Wellensittich stets nur sprechend oder pfeifend, denn Vögel sind stummen Geschöpfen gegenüber argwöhnisch.
Die ersten Tage
Die ersten Tage sind wohl von gegenseitiger Vorsicht geprägt. Sie möchten Ihren Papagei durch nichts erschrecken, ihm keine Angst machen, und er möchte so viel Abstand von Ihnen wie nur möglich. Dennoch müssen Sie zweimal täglich mit der Hand in den Käfig greifen, um für frische Nahrung und Sauberkeit zu sorgen. Ein gutes Mittel, dem Vogel diesen Schrecken zu erleichtern, ist absolute Pünktlichkeit. Wenn Sie wiederkehrende notwendige Vorgänge stets zur gleichen Zeit vornehmen, gehören diese für den Vogel bald zum unvermeidlichen Tagesablauf.
Hantieren im Käfig
Morgens und nachmittags müssen Sie die Futternäpfe aus dem Käfig nehmen und frisch gefüllt wieder hineinhängen. Mit einem eigens dafür bestimmten Löffel nimmt man morgens noch die Exkremente (Ausscheidungen vom Wellensittich) vom Käfigboden und streut etwas frischen Sand oder Einstreu nach oder wechselt das Papier aus. Während der ganzen Prozedur reden Sie mit dem Vogel. Vermeiden Sie jede hastige Bewegung, auch wenn der Wellensittich vielleicht versucht, nach Ihnen zu hacken. Dann sollten Sie übrigens gleich mit einem ruhigen, aber bestimmten "Nein nein" reagieren. Mit der Zeit wird der Wellensittich verstehen, dass mit dem "Nein nein" ein Tabu verbunden ist.
Draufgänger oder Angsthase: Hat Ihr Papagei den größten Stress überwunden, wird er den Käfig voll in Anspruch nehmen, alle Sitzäste erproben und anfangen, Zweige zu benagen. Schon bald merken Sie an seinen Reaktionen, ob Sie einen vitalen Draufgänger bekommen haben oder eher ein verstörtes Angstbündel. Versucht der Papagei, Sie bei den Verrichtungen im Käfig zu beißen, ist ein Draufgänger geradezu bemüht, Sie zu erwischen. Der Angsthase dagegen weicht Ihnen aus, so gut wie es geht, beißt aber zu, wenn er sich bedrängt fühlt. Erhebt Ihr Papagei zum ersten Mal laut und ausdauernd seine Stimme, so kann das Protest gegen das Alleingelassensein oder Lebensangst sein. Der Draufgänger schreit mit ganzer Kraft weiter, wenn Sie zu ihm sprechen. Der Angsthase verstummt ängstlich, wenn er Ihre Stimme hört.
Hinweis
Lautes Protestgeschrei können Sie unterbrechen, indem Sie für einige Minuten ein Tuch über den Käfig legen. Verdutzt wird der Wellensittich still sein und schon bald verstehen, dass das Tuch nur kommt, wenn er laut schreit.
Die erste Woche
Verliefen die ersten Tage mit dem neuen Familienmitglied ohne extreme Aufregungen, wird der Vogel schon bald neugierig beobachten, was um ihn her vorgeht. Niemand kann sagen, wie viel Zeit vergeht, bis der Papagei sich bei Ihnen eingewöhnt hat. Manchmal genügen einige Tage, manchmal dauert es mehrere Wochen. Bemühen Sie sich, alles zu vermeiden, was das Vertrauen des Papageis erschüttern könnte und ihm Angst macht.
Das Vertrauen fördern
Sprechen Sie so oft wie möglich mit Ihrem Papagei. Nennen Sie dabei seinen Namen und singen oder pfeifen Sie ihm kleine Melodien vor. Vielleicht versucht er Sie eines Tages zu imitieren.
Vermeiden Sie Unruhe und hastiges Treiben in seiner Nähe. lautes Türenknallen, Hundegebell oder geräuschvolle Hausarbeiten machen ihm Angst.
Treten Sie nicht mit ungewohnten, auffallenden Utensilien vor den Käfig, beispielsweise mit einem großen schwarzen Hut, mit Lockenwicklern in den Haaren, mit aufgespannten Regenschirm oder ähnlichem.
Stellen Sie unbekannte Gegenstände mit denen der Papagei aber demnächst Bekanntschaft machen soll, eine Zeitlang für ihn sichtbar in der Nähe des Käfigs auf, zum Beispiel die Sprühflasche, aus der er bald sein erstes Duschbad bekommen soll. Kennt der Vogel solche Gegenstände bereits vom Sehen, wird er nicht mit Panik auf deren Einsatz reagieren.
Hat es der Wellensittich erst einmal gelernt, auf den Stock zu steigen, kann man ihn problemlos transportieren.
Geduld ist die halbe Miete
Mit dem Fliegen muss sich Ihr Papagei noch etwas gedulden, denn ehe er nicht mit Ihrer Hand vertraut ist, bleibt er am besten im Käfig. Es kann jedoch sein, dass er auf seinem Sitzast kräftig mit den Flügeln schlägt. Das macht natürlich Staub und Lärm. Aber es ist gut für den Vogel, er trainiert so seine Flugmuskeln und gleicht die zu geringe Bewegungsmöglichkeit aus. Beschäftigen Sie den Vogel, indem Sie ihm täglich frische Zweige zum Benagen anbieten. Nährstoffe aus der Rinde, die er beim Nagen aufnimmt, fördern sein Wohlbefinden.
Sobald sich der Papagei/ Sittich an Ihre Hand gewöhnt hat, ist die größte Hürde überwunden.

Tipp
Bieten Sie Ihrem Wellensittich Leckerbissen, wie einen trockenen Keks oder ein Stückchen Weißbrot auf der hand an. So können Sie erreichen, dass der Wellensittich mit der Zeit handzahm wird.
Mit Speck fängt man Mäuse, heißt ein bekanntes Sprichwort. Auf die gleiche Art können Sie auch erreichen, dass Ihr Wellensittich handzahm wird. Beobachten Sie zunächst, welches Obst und Gemüse er vorzugsweise aus seinen Futterschälchen nimmt. Bieten Sie ihm dann diese Leckerbissen von außen durch das Käfiggitter mit der Hand an. Sie dürfen ihm auch ein Stückchen Brotrinde, etwas Weißbrot, einen trockenen Keks oder ein sehr kleines Stück Hartkäse geben. Große Papageien bekommen größere Stückchen, kleine Papageien nur kleine. Auf diese Weise erfährt Ihr Wellensittich, dass ihm die Hand Gutes bringt. Bei manchen Wellensittichen dauert es allerdings wochenlang, ehe Sie sich trauen, etwas aus der Hand zu nehmen. Nun sollten Sie den nächsten Schritt wagen. Probieren Sie, ihn durchs Käfiggitter mit einem kleinen Zweig im Nacken ganz sacht gegen den Strich zu kraulen. Versuchen Sie das Kraulen so oft wie möglich, bis er wohlig stillhält und es sichtlich genießt. Weitere Handkontakte folgen erst, wenn Ihr Wellensittich nicht mehr ständig im Käfig lebt.
Ungestörte Nachtruhe
In der Natur suchen Wellensittiche bei Einbruch der Dunkelheit Ihre Schlafplätze auf und beginnen mit der Nachtruhe. In der Obhut des Menschen kann der Wellensittich aber auch bei elektrischer Beleuchtung noch recht munter sein oder trotz des Lichts schläfrig werden, wenn seine innere Uhr ihm nämlich sagt: "Schlafenszeit". Will der Wellensittich schlafen, zieht er sich auf seinen bevorzugten Schlafplatz zurück und schenkt den Vorgängen um ihn her keine keine Aufmerksamkeit mehr. Selbst Fernsehen, Musik, Unterhaltung stören ihn kaum, wenn er nicht direkt auf den nahen Bildschirm sehen muss, wenn alle Geräusche etwas gedämpft sind und ihn nicht gerade grelles Licht trifft.
Bitte daran denken
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Ehe Sie das Licht löschen, vergewissern Sie sich, dass der Wellensittich auf seinem Schlafplatz sitzt. Im Dunkeln würde er ihn nicht finden und unruhig im Käfig klettern oder gar flattern, wobei er sich verletzen könnte.
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Wenn Straßenlaternen das Vogelzimmer zu hell erleuchten oder Autoscheinwerfer den Wellensittich erschrecken können, das Zimmer lieber durch Vorhang oder Rollos verdunkeln, sonst findet der Vogel keine Ruhe.
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Im völlig dunklen Zimmer aber besser eine schwache Lampe anschalten, damit sich der Wellensittich orientieren kann, wenn er nachts durch irgend etwas erschreckt wird.
Hinweis
Ein gut eingewöhnter Wellensittich braucht diese Vorsichtsmaßnahme nicht mehr.
Quelle
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GU Ratgeber










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