Freiflug ja, aber richtig
| Haltung - Ratgeber und Hinweise |
Einleitung
Eigentlich sollte es für jeden Wellensittichhalter sonnenklar sein: Freiflug ist für jeden Wellensittich wichtig, nicht nur um die Gesundheit zu fördern (Vorbeugung von Verfettung und Muskel / Kondition Aufbau), sondern auch für eine artgerechte Haltung zwingend notwendig. Doch in vielen Haushalten sieht die Sachlage etwas anders aus. Viele trauen es nicht den Vogel raus zu lassen, da er womöglich nicht freiwillig zurück kehrt oder nur durch Gewaltanwendung in den Käfig wieder gesetzt werden kann. Letzteres ist natürlich falsch und sollte nie angewendet werden!
Voraussetzung
Hier streiten sich die Profis... Freiflug wenn der Wellensittich zahm oder zumindest zutraulich ist oder nach einer gewissen Eingewöhnungsphase? Ich vertrete die Meinung, dass der Freiflug erst gestattet werden sollte, wenn der kleine Geselle zumindest freiwillig auf ein Stöckchen kommt, ansonsten könnte es schwierig werden, diesen wieder in den Käfig zu bekommen. Einige machen den Fehler und lassen ihn schon in den ersten Tagen heraus. Da ist es doch natürlich, wenn er lieber seine neu erworbene Freiheit genießt, als in seinen Käfig zurückzukehren. Die Eingewöhnungsphase sollte also mindestens abgewartet werden, damit er lernt, dass es im Käfig am sichersten für ihn ist. So dass er auch gelernt hat, wo er seine festen Futter- und Schlafplätze hat. Der Futterplatz ist insoweit wichtig, dass er bei einem Freiflug zurückkehrt, wenn ihn der kleine Hunger packt. Vorteilhaft für einen ungewollten Freiflug.
Den Vogel mit Gewalt einzufangen ist mit Sicherheit nicht die beste Art und Weise den Freiflug zu stoppen. Gerade in der Anfangsphase, wo sich der Wellensittich an seinen Halter gewöhnen sollte, wirkt sich das Einfangen, womöglich durch Hetzen im Zimmer, nicht gerade positiv aus.
Hinzu kommt noch, dass besonders schreckhafte Vögel die Flucht ergreifen, wenn plötzlich jemand den Raum betritt sich oder einfach nur vom Sofa erhebt. Die Flucht kann im Zimmer ja nur an der Wand, Fenster oder hinter der Schrankwand enden. Folgen können Gehirnerschütterungen, Brüche oder ähnliche Verletzungen sein.
Wan ist die beste Zeit für einen Freiflug?
Da macht es mal Sinn, sich die Gewohnheiten in freier Natur anzuschauen. Morgens um 6.00 Uhr beginnt der Wellensittich Tag. Er fliegt zur Nahrungs- und Wassersuche. Zwischen 11.00 – 15.00 Uhr hält er in einem schattigen Baum Siesta, da die Mittagssonne in Australien extrem warm ist. Gegen 17.00 Uhr wird noch einmal Wasser und Nahrung aufgenommen. Ab 18.00 Uhr ist für ihn der Tag gelaufen und die Schlafplätze werden aufgesucht.
Diese Zeiten können auch für den Heim-Freiflug genutzt werden. Haben Sie die nötige Zeit, so lassen Sie ihn gleich zum Frühstück raus und nach dem Mittagessen. Abends nur, wenn er freiwillig den Käfig verlässt.
Hilfe, er will nicht zurück in den Käfig!
Wer kennt nicht die Problematik. Mühselig setzt sich der Wellensittich auf das Stöckchen oder den Finger und kurz vor der Käfigtür fliegt er wieder davon und setzt sich auf den Schrank. Dort verschnauft er solange, bis sie den Stuhl geholt haben und ihn erneut auf dem Finger haben. Aber das Spiel beginnt wieder von vorne. Dies kann womöglich der Fehler sein, dass der kleine Kerl den Käfig als Gefängnis ansieht und nicht als Zufluchtsort. Achten Sie also darauf, dass der Käfig für ihn sein Reich darstellt. Greifen Sie nicht unnötig hinein und geben Sie ihm erst einmal nur dort sein Futter, besonders sein Lieblingsfutter! Wenn er nämlich Hunger verspürt, dann wird er ihn selber aufsuchen. Machen Sie aber dann nicht den Fehler, die Käfigtür gleich zu schließen, ansonsten hungert er beim nächsten Mal. Schließen Sie die Käfigtür lieber unregelmäßig, damit er nicht vorher merkt, wann er in den Käfig muss! Damit der Wellensittich seinen Käfig als Heim akzeptiert bedarf es viel Geduld und Pflege. Überstürzen Sie nichts!
Was tun, wenn er nicht fliegen möchte?
Dem Wellensittich wird die Käfigtür geöffnet und was macht er, er klettert vielleicht nur an den Gitterstäben entlang, denkt aber nicht daran, mal ne Runde zu fliegen, was nun? Als erstes muss festgestellt werden, ob eine Erkrankung schuld daran ist, oder ob er einfach zu fett und faul ist.
Um dies zu testen, werfen Sie ihn aus der Hand von ca. 30-40 cm Entfernung in einen weichen Sessel oder ähnlichem. Gesunde Wellensittiche schlagen sofort mit den Flügeln. Sollte der Fall eintreten, dass er sich fallen lässt, dann suchen Sie am besten gleich den Tierarzt auf. Eine Verfettung erkennen Sie folgendermaßen: Einfach gegen das Bachgefieder pusten. Ist der Bauch rund und vielleicht leicht gelblich, dann ist eine sofortige Diät empfehlenswert. Reduzieren Sie das Futter und sorgen für eine vitaminreiche Kost. Natürlich muss er zum Fliegen animiert werden. Dazu kann er leicht hungern (Bitte nicht übertreiben) und locken ihn mit seinem Lieblingsfutter aus dem Käfig. Nur die ersten Runden fallen schwer. Bald wird er Spaß daran finden und freiwillig den Käfig verlassen.
Den ersten Freiflug vorbereiten!
Sie sollten Gefahren erkennen und sofort beseitigen. In der Zeit werden Sie dafür auch einen Spürsinn entwickeln. Die folgende Liste ist nicht abschließend aufgelistet und dient nur als Anhangspunkt, denn jede Wohnung und jeder Käfigstandort sind individuell und Einzellfall bezogen:
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offenstehende Fenster und Türen
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Abstände zwischen Wand und Möbeln
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Stromkabel, die abgeknabbert werden können
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giftige Pflanzen
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herumlaufende Haustiere, wie zum Beispiel Katzen
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durchsichtige Scheiben
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Spülmittel, heiße Töpfe
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offener WC oder mit Wasser gefüllte Gefäße
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Vasen, Eimer
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Kerzenlicht, Kamin
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elektrische Geräte
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Gardinen, Decken, Kleider in denen der Wellensittich mit den Krallen hängen bleiben könnte
Quelle:
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WP-Magazin
Aktualisiert (Donnerstag, den 11. Juni 2009 um 10:52 Uhr)










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